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Vom Goldgrund zum 'silver screen'
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Vom Goldgrund zum 'silver screen'

09.05.2006

 

Mit der Präsidentenwitwe Jackie Kennedy von Andy Warhol (1964) bekommt das Kölner „Triptychon mit Darstellung der Heilsgeschichte“ (um 1350) im Zuge der Ausstellungsreihe „Bilderpaare“ prominente Nachbarschaft.

 

Die drei Bilder Warhols zeigen die trauernde Jackie beim Begräbnis ihres Mannes. Er galt der Welt insbesondere nach der Kuba-Krise als politische Lichtgestalt. Fasziniert davon, wie der Mord an Kennedy und die Trauer seiner Familie zum globalen Medienspektakel stilisiert wurden, setzt Warhol dieses Ereignis in eine Bildform um, die traditionell für große Anteilnahme und tiefe Verehrung steht: das mittelalterliche Andachtsbild, wie es das „Triptychon mit Darstellung der Heilsgeschichte“ (um 1350) beispielhaft darstellt. Warhols „Andacht“ ist jedoch gänzlich profan, denn die ursprüngliche Trauer um Jesus Christus ist ersetzt durch die Trauer um einen ganz weltlichen Hoffnungsträger, den amerikanischen Präsidenten.

Auch die Farbsymbolik, die Hintergrundgestaltung – der silver screen Warhols in Anlehnung an den mittelalterlichen Goldgrund – sowie die Produktionsweise zeigen Ähnlichkeiten mit dem mittelalterlichen „Vorbild“. Denn wie auch Jahrhunderte später Warhol in seiner Factory, fertigten mittelalterliche Malermeister ihre Bilder in Werkstätten an, die sich im Falle von Köln ganz in der Nähe des heutigen Wallraf-Richartz-Museums befanden. So verweist der Name „Schildergasse“ noch heute auf die Straße der Maler.

 

Dr. Roland Krischel wird die architektonischen Verbindungen zwischen dem mittelalterlichen Künstlerviertel und dem neuen Wallraf-Richartz-Museum ebenso wie die inhaltlichen und formalen Bezüge der Bilder Andy Warhols und des Kölner Meisters um 1350 – beide Projektionsflächen für kollektive Trauer - aufdecken.

 

 

Reihe
stART
Ort
Wallraf-Richartz-Museum
Treffpunkt
Foyer
Datum
09.05.2006
Beginn
18:30 Uhr
Preis
14,- EUR / 7,- EUR
Teilnehmer
max.25
Anmeldung bis
09.05.2006