Urformen der Kunst
16.03.2006
Als im April 1926 der Kunsthändler Karl Nierendorf in seiner Galerie in Berlin zum ersten Mal die Arbeiten des Fotografen und Bildhauers, Karl Blossfeldt, in Gegenüberstellung mit Skulpturen der Stammeskunst aus Afrika und Neu-Guineas ausstellte, provozierte er eine heftige Debatte.
Längst hatten Künstler wie Gauguin, Picasso, Matisse und die deutschen Expressionisten die Kunst Afrikas und Ozeaniens als Durchbruch zu völlig neuen formalen Ansätzen entdeckt. Karl Blossfeldt unternahm einen weiteren Schritt zur Erweiterung des Kunstbegriffs. Auf seinen Reisen durch Griechenland und Nordafrika sammelte und präparierte er Pflanzen. Die dabei neu gewonnenen Formen der Pflanzen fotografierte er vor einem neutralen Hintergrund. Nach „zig-facher“ Vergrößerung offenbarten sich dem Betrachter so eine „Urform der Kunst“. Ein Zeitgenosse schrieb damals euphorisch:
„Diese Mohnkapsel hier, viele hundert Male vergrößert, ergibt das Abbild der märchenhaften Kuppeln islamitischer Moscheen, wie sie aus der Blütezeit der Kalifen von Bagdad oder Teheran erhalten blieben. Der Stengel des Schachtelhalmes steigt anschwellend zum Minarett. […] In den Stilformen der Pflanzen erkennen wir den Urkeim der Kunstformen der Menschheit.“
Nach 80 Jahren stehen wir wieder vor den Fragen: Ist die Kultur die eine Antwort des Menschen auf die Natur? Ist Architektur bloß ein Abbild der Natur? Braucht der Mensch Technik, um der geheimnisvollen Formensprache der Natur auf die Schliche zu kommen?
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- Reihe
- Studenten
- Ort
- Rautenstrauch-Joest- Museum, Ubierring 45, 50678 Köln
- Treffpunkt
- Vor dem Eingang des Rautenstrauch - Joest - Museums Ubierring 45, 50678 Köln
- Datum
- 16.03.2006
- Beginn
- 16:00 Uhr
- Preis
- 4,- €
- Teilnehmer
- max.25
- Anmeldung bis
- 12.03.2006