Urban Culture im RJM
24.02.2011
Afrika – ein weiter Kontinent, ländlich, arm, alles andere als urban? Mit diesem Vorurteil räumt die erste große Sonderausstellung des Rautenstrauch Jost Museums auf: "Afropolis. Stadt Medien Kunst" führt uns vor Augen, dass die weltweit am rasantesten wachsenden Städte mittlerweile in Afrika zu
finden sind. Die Megametropolen Kairo, Lagos, Nairobi, Kinshasa und Johannesburg stehen daher exemplarisch für die einzigartige urbane Kultur im Alltag der afrikanischen Megacities.
In dieser Ausstellung treffen über 30 künstlerische Positionen auf dokumentarische und historische Streifzüge durch fünf einzigartige Metropolen, nehmen ihren Wandel und die Diskurse um Themen wie Stadtsoziologie und Urbanismus in den Blick und entwerfen ein pulsierendes Bild des afrikanischen Stadt-Alltags: heterogen, dynamisch, kosmopolitisch – gar „afropolitan“, so der Wissenschaftler Achille Mbembe – muten diese Städte an, Orte und Lebensräume die sich ständig neu erfinden und im
kontinuierlichen Wachstum begriffen sind. Eindrucksvoll haben die eingeladenen Künstler mittels verschiedenster Medien (Fotografien, Installationen und Videoarbeiten aber auch Literaturzeitschriften, Comics und Weblogs) ihr eigenes Urbanismus-Verständnis zum Ausdruck gebracht. Wie organisieren die Bewohner dieser Städte ihren Alltag? Wem gehört die Stadt und wie wird sie gelebt, lauten einige ihrer Fragen.
Durch die Ausstellung führen wird uns Christian Hanussek, der „Afropolis“ zusammen mit Kerstin Pinther und Larissa Förster kuratiert hat. Dabei kann er uns auch einige Einblicke in die Afrikaspezifischen Herausforderungen dieses Projekts gewähren, die bereits in der Einleitung des Ausstellungskatalogs angedeutet wurden: »Wie sich einer Stadt wie Kinshasa nähern, die trotz ihrer enormen Größe kaum noch angeflogen wird und deren Flughafen die Anmutung eines Provinzbahnhofs bekommen hat? (…) Wie Lagos denken, eine 15-Millionen-Stadt, die nachts beinahe
in totaler Finsternis versinkt und in der – in Abwesenheit eines funktionierenden Elektrizitätsnetzes – das Dröhnen der Generatoren zur alltäglichen Soundscape gehört?« heißt es darin. Mit uns werdet ihr es herausfinden!
Veranstaltungshinweis:
Vor der Führung findet um 15 Uhr ein Künstlergespräch mit Diskussion in engl. Sprache statt: „Afropolis: „Artistic Practices in Cairo“ mit Hala Elkoussy, Kairo. Moderation: Kerstin Pinther. Preis: 5 €, ermäßigt 3 €, inkl. Museumseintritt.
Im Anschluss beginnt um 19 Uhr ein Vortrag mit Diskussion in engl. Sprache: Prof. Dr. Filip de Boeck: „Envisaging New Urban Futures for Kinshasa", Preis: 5 €, erm. 3 € (Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut für Völkerkunde der Universität zu Köln).
- Reihe
- Studenten
- Ort
- Rautenstrauch-Joest-Museum
- Treffpunkt
- An der Infotheke im Foyer
- Datum
- 24.02.2011
- Beginn
- 17:30 Uhr
- Preis
- Eintritt ins RJM (€ 9,- / € 6,- ermäßigt)
- Teilnehmer
- max.25