This could be heaven, or this could be hell…
10.10.2007
Selbst bei der zwanzigminütigen Kurzführung in der Mittagspause wird das Pendeln zwischen den Extremen als Grundschema der Ausstellung sofort deutlich: Paradies- und Höllendarstellungen der Alten Meister sind dabei den zeitgenössischen Fotografien von Desiree Dolron (*1963) und Thomas Wrede (*1963) gegenübergestellt.
Dabei zeigen die Bilder Desiree Dolrons den auch heute noch existierenden religiösen Masochismus, Rausch und Wahn, womit sie thematisch mit den spätmittelalterlichen Höllenvisionen und Martyriumsszenen aus der Sammlung des Wallrafs korrespondieren.
Thomas Wredes „Magic Worlds“ mit Szenen aus menschenleeren deutschen Freizeitparks, fotografiert aus leicht erhöhtem Standpunkt, sozusagen aus „göttlicher“ Perspektive
sind hingegen der Darstellungsweise der frühbarocken Paradiesgärten wiederum nicht unähnlich.
Damit werden über die Jahrhunderte hinweg Kontinuitäten wie auch Brüche deutlich – und zwar nicht nur in der formalen Gestaltung, sondern auch in der inhaltlichen Auffassung von Lust, Schmerz, Tod und Glücksverheißung. Gleichzeitig schärfen die Fotografien von Dolron und Wrede nachhaltig den Blick für die existentielle Aussagekraft der Alten Kunst.
Die TeilnehmerInnen an der „Kunstpause. Das Museumslunch für Berufstätige“ erwartet also eine emotionale Zeit- und Medienreise…
- Reihe
- stART
- Ort
- Wallraf
- Treffpunkt
- Foyer
- Datum
- 10.10.2007
- Beginn
- 12:30 Uhr
- Preis
- kostenlos
- Teilnehmer
- max.30