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Spurensicherung
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Spurensicherung

10.01.2008

 

Als „Spurenproduzent“ betätigt sich Boltanski auch bei seinen aktuell präsentierten Arbeiten: eine schreinartige Installation zeigt schwarz-weiß Fotos von Verstorbenen, denen er Schweizer Todesanzeigen zugeordnet hat, die jedoch nicht mit den Abgebildeten in Beziehung stehen. Weitere neue Bilder greifen auf Fotos aus Familienalben zurück, die fast bis zur Unkenntlichkeit übermalt dennoch an Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg erinnern.

Beides verweist auf zentrale Themen, die sich wie ein roter Faden durch Boltanskis Werk ziehen: Erinnerung, Vergangenheit, Kindheit – sowie deren Konstruktion und Rekonstruktion.

Aus privaten Nachlässen gesicherten Snapshots, Alltagsgegenständen, Videos, Zeichnungen, Tagebücher oder Texte führen uns dabei auf die Spur und gleichzeitig aufs Glatteis, denn Boltanskis Kunstwerke gilt es zu enträtseln.

So besitzen seine Arbeiten die verwirrende Fähigkeit, sowohl fröhliches Ratespiel wie auch morbid Erinnerungslandschaft zu sein. Sie sind Balanceakt zwischen Komik und Tragik, Wahrheit und Täuschung, Sentimentalität und Tiefgründigkeit.

 

Der Spurensicherung als künstlerisches Konzept folgt Boltanski bereits seit den 60er Jahren, als Kunstströmung etablierte sie sich erst in den 70er Jahren. Boltanski gilt als einer der wichtigsten Vertreter derselben, in dessen Werk uns die Galerie Kewenig einführt.

 

 

 

Reihe
stART
Ort
Galerie Kewenig
Treffpunkt
In der Galerie
Datum
10.01.2008
Beginn
19:00 Uhr
Preis
EUR 5,- / 8,-
Teilnehmer
max.20
Anmeldung bis
09.01.2008