Nachmieter gesucht: 70.000 qm, Altbau mit Domblick
Architektur
15.11.2007
1904 gründete der 26 jährige Robert Gerling eine Versicherungsgesellschaft, die dem etablierten Monopol der Feuerversicherungen den Kampf ansagte und sich in nur zwei Jahrzehnten zum größten deutschen Industrieversicherer entwickelte. Architektonisch ist diese Vormachtstellung im Verwaltungsgebäude des Gerling Konzerns im Kölner Friesenviertel deutlich erkennbar. Nach dem 2. Weltkrieg entstand hier unter der Ägide des neuen Konzernchefs Hans Gerling ein architektonisch ambitioniertes und in seinen Ausmaßen monumentales Bauwerk. Der stilistisch und städtebaulich nicht unstrittige Bau wurde unter anderem auch als „Kölner Reichskanzlei“ beschimpft. Das dazugehörige Hochhaus, (Architekten Hentrich/Heuser), das zweite Kölns nach dem Hansa-Hochhaus, wurde trotz vieler Gegner in den 50er Jahren durchgesetzt. Die Brunnenfiguren und das Portal stammen von Arno Breker, der sich während der NS-Zeit hatte einen Namen machen können. Heute steht ein Großteil des historisch und architektonisch bedeutenden Baus unter Denkmalschutz und ist damit das größte Baudenkmal Kölns der Nachkriegszeit.
Unter den Folgen des Terroranschlages vom 11. September 2001 wurde der Gerling-Konzern als Rückversicherer so in Mitleidenschaft gezogen, dass die Deutsche Bank trotz vieler Umstrukturierungen ihre Anteile wieder an den Erben Rolf Gerling verkaufte. Somit blieb die nötige Finanzspritze für den Versicherungskonzern aus. 2005 wurde der Konzern an die Talanx Genossenschaft veräußert und wird im Frühjahr 2009 nach Deutz in die umgebauten Messehallen, den sog. Rheinpark, umziehen.
Nach langen lokalpolitischen Debatten um die Nutzung des mit zu hohen Unterhaltskosten verbundenen Gerling-Geländes steht nach dem Verkauf der Gebäude an die Frankonia der Umbau zu Wohn- und Gewerbeflächen fest.
Gerade auch die Innenausstattung mit zum Teil eigens entworfenem Mobiliar sowie die umfangreiche Kunstsammlung des Konzerns werden dann nicht mehr existieren. Unsere Führung wird die vielleicht letzte Gelegenheit sein, im Laufe der Zeit kaum veränderte architektonische Details zu sehen zu bekommen und die Gesamtheit des Gebäudes zu erfassen.
- Reihe
- Studenten
- Ort
- Köln
- Treffpunkt
- Wird noch bekannt gegeben.
- Datum
- 15.11.2007
- Beginn
- 16:00 Uhr
- Teilnehmer
- max.20