Mächtig prächtig
31.08.2008
1728 begann der berühmte französische Gartenarchitekt Dominique Girard mit seinem anspruchsvollen Vorhaben in Brühl. Er gestaltete den Park nach Versailler Vorbild als eine Art luxuriösen Festraum in freier Natur: In ihrer ganzen Pracht konnte sich dort die Hofgesellschaft präsentieren, flanieren oder sich in die intimen Freiluft-Salons zurückziehen, wo Liebespaare wie duellierenden Rivalen ungestört Platz fanden. Doch nichts war im Barock schlimmer als Langeweile! Und so umschloss Girard nach dem Vorbild Venedigs den Park zusätzlich mit einem System von befahrbaren Wasserkanälen, die zu Lustfahrten auf venezianischen Gondeln einluden. Diese Kanäle sind heute teilweise noch erhaltenen.
Als Bauherr stand der Kölner Erzbischof und Kurfürst Clemens August dabei im hektischen Wettbewerb aller fürstlichen Bauherren, die untereinander um die beeindruckendsten Schlösser und Parkanlagen konkurrierten. Dabei imitierten sie nicht nur die Bauten und Gärten nach Versailler Vorbild, sie eiferten auch das politische System Ludwig XIV. nach. Und so findet im Barockgarten der Wille der Fürsten nach absoluter Macht über Raum, Natur und Mensch seine Form.
Im 19. Jahrhundert wurden Teile des Parks durch Peter Joseph Lenné umgestaltet und mit der damaligen modernen Attraktion „Eisenbahnstrecke“ samt Bahnhof gesteigert. Erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert erhielt der Park sein ursprünglich spätbarockes Gesicht zurück. Heute steht er zusammen mit den baulichen Anlagen von Schloss Augustusburg und Schloss Falkenlust auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes der Menschheit.
Bei unserer Veranstaltung erfahren wir mehr über die Sprache der Architektur wie auch die bewegte Geschichte der Parkanlagen.
- Reihe
- stART
- Ort
- Schloss Brühl
- Treffpunkt
- Infobüro
- Datum
- 31.08.2008
- Beginn
- 11:00 Uhr
- Preis
- EUR 10,-
- Teilnehmer
- max.30
- Anmeldung bis
- 29.08.2008