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Kunstfabriken im Barock
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Kunstfabriken im Barock

13.01.2005

 

In einer Zeit, die im nördlichen Mitteleuropa politisch beherrscht war von Krieg und religiösem Fanatismus, die heimgesucht war von Seuchen wie die Pest, entwickelt sich eine neue Kunstepoche: Der Barock. Voller Empfindung für das Himmlische, wie für das Gemeine, allzu Menschliche, findet sie ihren stärksten Vertreter in Peter Paul Rubens. Er, der Maler wird zum Anwalt der Gegenreformation. Die Krise des Glaubens an bildlichen Darstellungen findet unter seinem Pinselstrich ein Ende. Vorhergegangen war die politische Wende in Antwerpen im Jahre 1585. Alessandro Farnese erobert die Niederlande zurück. Katholische Gottesdienste werden wieder eingeführt. Entscheidend für die Malerei in Antwerpen, ist die Rückkehr von Rubens aus Italien 1608.Für einen jungen engagierten Maler konnte die Ausgangssituation nicht günstiger sein. Die politische Lage hatte sich stabilisiert und die lokale Wirtschaft erholt. Rubens’ religiöses Schaffen für öffentliche und private Auftraggeber in dem Jahrzehnt nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands war atemberaubend. Der vorangegangene Bildersturm in den Niederlanden, bei dem nahezu alle Altargemälde zerstört worden waren, bereitete buchstäblich den Boden für neue Aufträge. Mit Hilfe von Arbeitsteilung, beispielloser Energie und Kontrolle verstand Rubens der immensen Nachfrage nach seinen Bildern nachzukommen. In seinem Atelier muss die Zahl der Mitarbeiter beträchtlich gewesen sein. Innerhalb einer hierarchischen Struktur überließ Rubens spezialisierten Mitarbeitern wie Jan Bruegel, Jan Wildens, Anton van Dyck, Jacok Jordaens und Artus de Bruyn, Anteile an den Ausführungen seiner Bilder. Gesellen, Lehrlinge und Gehilfen übernahmen die niederen Arbeiten. Als Künstler–Unternehmer wurde er bewundert und fand viele Nachahmer. Schon zu seinen Lebzeiten musste sich Rubens der Frage nach der „Eigenhändigkeit“ seiner Bilder

stellen.

 

 

Reihe
Studenten
Ort
Wallraf-Richartz-Museum
Treffpunkt
Foyer im Wallraf-Richartz-Museum
Datum
13.01.2005
Beginn
16:00 Uhr
Preis
Museumseintritt/Mitglieder frei + Führungsentgeld
Teilnehmer
max.25
Anmeldung bis
11.01.2005