Folterkammern und Höllenszenarien
29.04.2008
Die Graphischen Sammlung des Wallrafs beherbergt 75.000 Kunstwerke auf Papier, die seit einem Jahr auszugsweise in einem eigens dafür eingerichteten Grafikkabinett gezeigt werden können.
Die Carceri d’Invenzione des Architekten und Malers, Giovanni Battista Piranesi, zählen zu den Highlights der Radierkunst überhaupt. Die Aussagekraft schwarz-weißer Linienkunst ist unglaublich, die mit Dunkelheit, Licht zu schaffen vermag, und durch Überschneidungen, Untersichten und Raumschichtungen, Räume bildet, die sich jeglicher Realität entheben. Bis heute wird diskutiert, ob diese phantastischen Verliese auf Papier mit ihrer beängstigenden Undurchschaubarkeit nicht im Fieberwahn entstanden sind, stehen sie doch im krassen Gegensatz zu Piranesis sachlichen Bestandsaufnahmen seiner berühmt gewordenen Veduten Roms.
Der Galerist, Werner Klein, wird an Hand von Papierarbeiten von Andreas Huyskens (*1973), Martin Schepers (*1979), Jan Svenungsson (*1961), zeigen, dass auch zum Auftakt des 21. Jahrhunderts die Schwarz-Weiße Kunst des Zeichnens, noch immer ein geeignetes Mittel ist, um angesichts einer alles verschluckenden Masse die Verlorenheit des Menschen darzustellen. Ob nun mit Bleistift, Feder, Kohle, Nadel oder Säure, die Zeichnung ist die unmittelbarste Umsetzung eines Gedanken in eine künstlerische Form.
- Reihe
- Studenten
- Ort
- Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
- Treffpunkt
- Foyer im Wallraf vor der Kasse
- Datum
- 29.04.2008
- Beginn
- 16:30 Uhr
- Preis
- Eintritt 9€, 6 € Studenten, Mitglied frei
- Teilnehmer
- max.25
- Anmeldung bis
- 19.05.2012