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Ernst + Skandal
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Ernst + Skandal

10.03.2011

 

Was Max Ernst 1926 zunächst den Parisern vor die Augen setzte, stieß sofort auf heftige Gegenwehr bekennender Katholiken. Im November 1926 wird das Bild schließlich in Köln ausgestellt und wenig später wahrscheinlich auf Betreiben des Kölner Erzbischofes wieder aus der Ausstellung entfernt.

Es kam sogar zu einer Protestveranstaltung, in der die „immer dreister auftretende Unsittlichkeit, die heidnische Unkultur, der Schmutz und der Schund in der Öffentlichkeit“ angeprangert und an die Pflichten der Katholiken gegenüber diesen Erscheinungen sittlicher Entartung appelliert wurde. Max Ernst rüttelt mit seiner Darstellung an Traditionen und Frömmigkeitsidealen des katholischen Christentums des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, indem er jenen Bereich des Lebens Jesu herausstellt, der aufgrund mangelnder Detailkenntnisse eine breite Projektionsfläche möglicher Spekulationen über dieses Leben zulässt.

Die Frage nach der Legalität und der Moral von Strafe und Gewalt als Erziehungsmaßnahme wird hier im religiösen Gewande auf die Spitze getrieben. Potentiell Alltägliches innerhalb der Familie, auch der katholischen Familie, wird so herausgestellt und auf seinen Sinn und Nutzen hinterleuchtet.

Erich Witschke, evangelischer Pfarrer und ehemaliger Kunstbeauftragter des „Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region“ stellt den Bezug zum Wesen des Katholizismus vergangener und manchmal noch aktueller Tage her und lüftet das Rätsel der zuschauenden Personen.

 

 

Reihe
stART
Ort
Museum Ludwig
Treffpunkt
Foyer
Datum
10.03.2011
Beginn
12:30 Uhr
Preis
4,-EUR / 7,- EUR (Nichtmitglieder)
Teilnehmer
max.25
Anmeldung bis
10.03.2011