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Da stehn wir drauf
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Da stehn wir drauf

Architektur

20.04.2009

 

Es scheint schon schwierig genug, Interesse an den baulichen Äußerungen der Fünfzigerjahre zu wecken, jedoch streikt der kollektive gute Geschmack vollends angesichts der Zeugnisse der Sechziger- und Siebzigerjahre. Geschmäht als »Bunker«, als »Betonklötze« und als geradezu traumatische Un-Orte gelten sie oft als trostlos, langweilig und hässlich und als Inbegriff eines seelenlosen und menschenverachtenden Verständnisses von Stadtgestaltung. Allgemeines Unverständnis gilt ArchitekturhistorikerInnen und DenkmalschützerInnen, die hierin plötzlich authentische Zeitzeugnisse einer interessanten historischen Epoche sehen wollen.

 

 

Grund genug für uns, sich dieser Epoche einmal unvoreingenommen zu nähern, da kein anderer Zeitabschnitt das äußere Bild der Kölner Universität so umfangreich und nachhaltig geprägt und verändert hat. Architekturhistorisch war es die Zeit der überdimensionalen Stadt- und Kreishäuser (Bonn, Siegburg), in denen sämtliche Verwaltungsfunktionen zusammengefasst wurden, die Zeit der großen Satellitenstädte (Köln-Chorweiler; Berlin-Gropiusstadt) und die Zeit der Campus-Universitäten (Düsseldorf, Bochum), welche ohne Bezug zu gewachsenen Stadtstrukturen ein auf sich selbst konzentriertes Eigenleben führten. Funktionalität, kurze Wege und ein umfassendes Angebot auf komprimiertem Raum standen im Mittelpunkt des Interesses von Architekten und Bauherren. Industriematerialien sollten nicht mehr hinter Putz oder Verkleidungen in edleren Materialien verborgen, sondern offen dargestellt werden.

Der Versuch, ein möglichst großes Funktionsangebot unter einem Dach zu organisieren und zentrieren, lässt sich auch an der Uni Köln anhand des Konzepts eines »Universitätsforums« gut beobachten. In Kombination mit der Materialwahl kam es seit den sechziger Jahren zu jenen labyrinthischen, fensterlosen und zumeist finster wirkenden Innenräumen, wie man es charakteristisch am Beispiel des Philosophikums der Kölner Universität studieren kann.

Eine Hauptrichtung der Fünfzigerjahre spiegelt dagegen das architektonisch ebenfalls äußerst interessante, jedoch eher unscheinbar wirkende Unikum wider.

Es erhielt 1967 den Kölner Architekturpreis und steht seit 1999 in der Denkmalliste der Stadt Köln... (Andrew MacNeille).

 

Diese und weitere Universitätsbauten werden wir mit Dr. Andrew MacNeille, der an der Universität zu Köln im Fach Architekturgeschichte promoviert hat, besuchen und die bauhistorische Entstehung der Universitätsbauten im Kontext der Zeit entdecken.

 

 

 

Reihe
Studenten
Ort
Universität Köln
Treffpunkt
Albertus-Magnus-Statue vor dem Hauptgebäude der Uni
Datum
20.04.2009
Beginn
17:00 Uhr
Preis
frei
Teilnehmer
max.25