Big in Business
21.08.2010
New York galt bereits in den 1950er Jahren als die Kunststadt der Welt. Angesagt war die abstrakte Kunst der „New York School“ wie jene eines Jackson Pollocks, Mark Rothkos oder Willem de Koonings. Im Mittelpunkt stand damit eine introvertierte und sublime Kunst, die Kritiker zudem zur „ersten amerikanischen Kunst“ überhaupt stilisierten.
Um sich zu Beginn der 1960er Jahre von diesen marktbeherrschenden Künstlerheroen abzusetzen, war für Roy Lichtenstein eine neue Strategie erforderlich: Er setzte wie auch andere junge New Yorker Künstler auf die amerikanische Alltagskultur und grelle Farben - und provozierte damit einen Eklat. Als „Marke“ entwickelte er den charakteristischen Mix aus Comics, Punkteraster und populären Bildmustern.
Schon bald erkannten wichtige Kunsthändler, wie ab 1962 der New Yorker Leo Castelli und später Ileana Sonnabend in Paris das große Potential in Lichtensteins neuem Stil. Sie trugen dazu bei, dass seine Kunst auf dem Kunstmarkt schnell als wertvoll galt und damit teuer wurde. Heute erzielen die Bilder Spitzenpreise von über 16 Millionen Euro.
Seiner „Marke“ blieb Lichtenstein über 30 Jahre lang treu, selbst als zu seinen Alltagsmotiven Sujets aus der Kunstgeschichte kamen, wie die aktuelle Ausstellung im Museum Ludwig zeigt. Lichtenstein adaptierte Picassos, Matisses oder Cézannes, die er frech hinter eine Rasterschablone steckte.
Wir besuchen die Pop Art-Sammlung des Museums wie auch die aktuelle Sonderausstellung gemeinsam mit Bettina Kunz und verfolgen den Weg Lichtensteins zum „Big Business“.
- Reihe
- stART
- Ort
- Museum Ludwig
- Treffpunkt
- Foyer/Gardarobe
- Datum
- 21.08.2010
- Beginn
- 15:00 Uhr
- Preis
- 6,-/13,- EUR
- Teilnehmer
- max.25